Spitzenwechsel: Albrecht übergibt Kozler das Ruder

Ortsverein

Spitzenwechsel und Verabschiedung beim SPD-Ortsverein Ahlen-Nord; Foto: Yannik Lohmann

„Der Generationswechsel bei den Ahlener Sozialdemokraten setzt sich fort. Bei der Jahreshauptversammlung der SPD-Nord am Montagabend
im Anglerheim wurde der 43-jährige Thomas Kozler einstimmig an die Spitze des größten Ortsvereins Ahlens gewählt.

Nach den Worten von Peter Albrecht wurden die Vorstandswahlen vorgezogen, damit sein Nachfolger im Hinblick auf die Kommunalwahlen genügend Zeit zur Einarbeitung hat. Der stellvertretende Bürgermeister kündigte an, dass er auch für den Rat nicht mehr kandidieren wird.

Zu der Versammlung begrüßte der Vorsitzende Peter Albrecht den SPD-Kreisvorsitzenden und Bundestagskandidaten Bernhard Daldrup sowie Mitglieder der Ortsvereine Ost und Dolberg. Beim Totengedenken ging Albrecht besonders auf den kürzlich verstorbenen Heinrich „Jockel“ Schneider ein, der viele Jahre als Vorsitzender den Ortsverein maßgeblich geprägte habe.

In seinem Bericht nannte er die zahlreichen Aktionen der SPD-Nord, die bei einer Klausurtagung für den Bundestagswahlkampf geplant wurden. „Der Ortsverein Nord hat seine Hausaufgaben gemacht“, so der Vorsitzende. „Mein Ziel war es immer, junge Leute einzubeziehen“, erklärte der scheidende Vorsitzende. Und dies sei gelungen. Der Altersdurchschnitt im Vorstand liege bei 40 Jahren. Nach zehn Jahren als Vorsitzender und 25 Jahren im Rat ziehe er sich jetzt zurück, stehe aber der SPD weiter zur Verfügung.

„Die Bürger müssen bei allem im Vordergrund stehen, was nicht immer einfach ist“, meinte Albrecht besonders im Hinblick auf die Kommunalpolitik. „Wenn ein Familienvater von seinem Einkommen seine Familie nicht mehr ernähren kann, ist etwas faul in diesem Land“, hielt er weiter fest und sagte, dass die Bürger nicht weiter mit kommunalen Abgaben belastet werden dürften. Am Ende seiner Ausführungen bedankte sich Peter Albrecht für die Unterstützung: „Ein toller Vorstand.“

Nach dem Kassenbericht von Heike Beyer und der einstimmigen Entlastung des Vorstands übernahm Franz Kresimann, Vorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus, die Versammlungsleitung. Bei den Wahlen folgten die Mitglieder den Vorschlägen des alten Vorstands. Neuer Vorsitzender ist Thomas Kozler, dem Manuela Esper und Hans-Jürgen Metzger als Stellvertreter zur Seite stehen. Sie wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Kassiererin bleibt Heike Beyer. Ihr Stellvertreter wurde Christian Szontkowski, der aus beruflichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Auch der erkrankte Schriftführer Günter Holz wurde bestätigt. Yannik Lohmann ist 2. Schriftführer. Medienbeauftragte bleibt Astrid Albrecht-Sierleja. Beisitzer sind Reinhard Baldauf, Edeltraut Dettmer, Frederik Werning und Jendrik Leismann.

Auch der SPD-Kreisvorsitzende Bernhard Daldrup dankte bei der Jahreshauptversammlung der SPD-Nord dem scheidenden Vorsitzenden Peter Albrecht. Er erinnerte an die Renovierung des SPD-Parteibüros in der Roonstraße. Hier sei sehr vieles in Eigenarbeit geschehen. „Wir hätten nicht eins der schönsten Parteibüros im Umkreis ohne Peter Albrecht“, würdigte Daldrup den unermüdlichen Einsatz.

Natürlich war die Bundestagswahl am 22. September das Thema des SPD-Kandidaten Daldrup, der aufzeigte, dass sich die Politik in Berlin auch auf Ahlen auswirkt. Aus dem Programm „Soziale Stadt“, welches die rot-grüne Bundesregierung aufgelegt habe, seien viele Millionen Euro nach Ahlen geflossen. „Ein durch und durch sozialdemokratisches Programm“, meinte der SPD-Bundestagskandidat. „Das wird von Schwarz-Gelb zusammengestrichen, so dass nichts mehr möglich ist“, meinte Daldrup, der auf das JuK-Haus und das Stadtteilbüro verwies. „Das sind wichtige Einrichtungen in Ahlen“, sagte der Kandidat.

Die Partei selbst sei gut aufgestellt und wieder kampagnenfähig. Daldrup beklagte aber auch eine soziale Kälte in diesem Land. In Sachen Verdienst zeigte er auf: „Im Kreis Warendorf sind 30 Prozent der Hartz-IV-Bezieher Aufstocker, die von ihren Einkommen nicht leben können.“ In Bezug auf die Niedriglöhne fragte Bernhard Daldrup: „Wer missbraucht da dieses System?“ Zur SPD meinte er, die Agenda 2010 sei durchaus nicht gänzlich falsch gewesen und man habe jetzt schließlich 2013.

Er forderte keine Lohnuntergrenze, von der viele Arbeitnehmer überhaupt nichts hätten, sondern einen „flächendeckenden Tariflohn“. Schwarz-Gelb würde nach einem Wahlsieg eine Politik weiterführen, bei der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht die Gewinner sind. Daldrup ließ keine Zweifel daran, dass Peer Steinbrück der richtige Kanzlerkandidat sei.

Für die SPD stellte er heraus: „Wir sind eine Partei innerer Reformen und großer sozialer Gerechtigkeit. In seinen Ausführungen meinte Daldrup, dass Deutschland zurzeit in Europa „sehr schulmeisterlich“ auftrete. „Wir sind als Deutschland auf dieses Europa angewiesen - politisch und wirtschaftlich“, verdeutlichte der Bundestagskandidat. In ihrer jetzt 150-jährige Geschichte habe die SPD weder ihren Namen noch ihre Grundwerte „Freiheit-Gerechtigkeit-Solidarität“ ändern müssen.

Nach der Versammlung ehrte der SPD-Kreisvorsitzende zusammen mit dem Vorstand der SPD-Nord den ausgeschiedenen Vorsitzenden Peter Albrecht. Für ihn gab es nicht nur einen Präsentkorb, sondern auch einen ganz speziellen Dankesbrief."

Textquelle: Reinhard Baldauf; so oder ähnlich zu lesen in der Ausgabe der Ahlener Zeitung am Mittwoch, 15.05.2013.

 
 

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