Verlust vieler Stammwähler schmeckt bitter SPD-Ortsvereine zogen kritische Bilanz

Ortsverein

Neumitglieder der SPD Ahlen mit Bernhard Daldrup u. Thomas Kozler

Bericht der Ahlener Zeitung vom 07.Oktober 2017

-rpd- Dolberg - Ein „Weiter so“ dürfe es nach der verlorenen Bundestagswahl nicht geben. Darüber waren sich der SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup mit den Mitgliedern der beiden Ahlener SPD-Ortsvereine einig. Bei der gemeinsamen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend im Hotel „Zur Post“ in Dolberg sprach man offen über das schlechte Wahlabschneiden. Außerdem wurden die Delegierten für den Kreisparteitag gewählt.
 

Bei der Begrüßung sah Frank Viehfeger, Vorsitzender des Ortsvereins Süd-Ost-Dolberg, am Ergebnis der Bundestagswahl nur als positiv an, dass Bernhard Daldrup wieder den Einzug in den Bundestag geschafft habe. Dieser dankte zunächst allen Unterstützern im Wahlkampf und zeigte sich erfreut, dass es alleine in NRW nach der Wahl in vierstelliger Zahl Neueintritte in die SPD gegeben habe. Angesichts seiner vielen Gespräche in Ahlen versprach er: „Ich bleibe Ahlener, wie in der Vergangenheit auch.“ Ebenfalls in der Wersestadt gab es Zuwachs bei der Mitgliedschaft.


„Andere Zeiten kommen nur, wenn wir dafür kämpfen und etwas tun“, erklärte Daldrup zur Lage seiner Partei. Bei der Wahl habe man in allen Richtungen und in allen Altersgruppen, außer bei den Über-65-Jährigen, verloren. „Auch in Ahlen haben wir Stammwähler verloren. Das ist bitter“, hielt der Kreisvorsitzende fest.


Die Ablehnung einer weiteren Großen Koalition als Wahlverlierer war für alle Seiten keine Frage. Zur Kritik am Rückzug der SPD aus der Regierung durch den CDU-MdB Reinhold Sendker meinte Bernhard Daldrup: „Will er die AfD als stärkste Oppositionsfraktion haben?“


Der Bundestagsabgeordnete zeigte auf, dass in vielen europäischen Staaten die Sozialdemokratie fast von der Bildfläche verschwunden sei. „Es muss sich also etwas ändern“, sagte Daldrup. Ähnlich schlechte Wahlergebnisse wie in der ehemaligen DDR habe es auch in einigen Ruhrgebietsstädten gegeben. Daldrup mahnte: „Wir müssen aufpassen, dass wir keine AfD-Bürgermeister kriegen.“ Auch in Ahlen habe er bei einigen Hausbesuchen eine Stimmung gegen Flüchtlinge erlebt.


Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei 2018 wahlfrei. Diese Zeit müsse genutzt werden, um sich neu aufzustellen und auf die Menschen und mit ihren Problemen zuzugehen. Die Menschen müssten spüren, dass sie ernstgenommen werden. In die Diskussion schaltete sich der SPD-Ehrenvorsitzende, Altbürgermeister Horst Jaunich, ein. Zunächst warnte er: „Jetzt nicht Martin Schulz austauschen. Wir dürfen nicht auf den Fehler verfallen, schon wieder einen neuen Vorsitzenden zu suchen.“ Seiner Partei empfahl er „ein bisschen mehr Gelassenheit“. Man müsse sich an Sachverhalten orientieren und mit Blick auf Kommunalwahlen „die Ahlener Probleme ansprechen“. Es gelte, die Themen, die für die Menschen wichtig sind, öffentlich zu diskutieren. Bei den SPD-Versammlungen müsse nicht immer ein externer Referent eingeladen werden, so Jaunich.


Dem stimmte Bernhard Daldrup voll zu: „Wir müssen den Menschen wieder Hoffnung geben, dass es für sie keinen sozialen und finanziellen Abstieg gibt.“

 

Als Delegierte für den Kreisverband wurden für den Ortsverein Nord-West-Vorhelm Andrea Jaunich, Reinhard Baldauf, Christa Bücker und Thomas Kozler gewählt.

Für den Ortsverein Süd-Ost-Dolberg Ergül Aydemir, Sophie Maschelski, Uwe Maschelski, Bernd Meiwes, Fabian Recker, Serhat Ulusoy und Frederik Werning.

»Andere Zeiten kommen nur, wenn wir dafür kämpfen und etwas tun.«

Bernhard Daldrup 

 
 

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